Fritz Winter (1905–1976) war ein bedeutender deutscher Maler der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit. Geboren in Altenbögge in Westfalen, arbeitete er zunächst als Grubenelektriker, bevor er 1927–1930 am Bauhaus in Dessau bei Wassily Kandinsky, Paul Klee und Oskar Schlemmer studierte. Nach Kontakten zu Ernst Ludwig Kirchner und ersten Erfolgen geriet seine Kunst unter den Nationalsozialisten als „entartet“ in die Kritik; er erhielt Malverbot und wurde im Krieg als Soldat eingezogen. 1949 kehrte er aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und gründete in München die Künstlergruppe ZEN 49 mit. Seine Werke, darunter die Serie „Triebkräfte der Erde“, thematisieren elementare Naturkräfte in einer informellen, oft gestisch-abstrakten Formensprache. Winter lehrte später an der Kunsthochschule Kassel, erhielt zahlreiche Preise und gilt als einer der wichtigsten deutschen Abstrakten der 1950er- und 1960er-Jahre.